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Peking Teil 2

Montag, 16.08.2010

 

Ort: Xi'an - Peking

Heute hieß es mal wieder Abschied nehmen: Zum dritten Mal, seit wir in Peking landeten, wurde alles in den immer kleiner werdenden Rucksack gepackt (und zum Schluss gestaunt, dass doch wieder alles hinein passt) und ich nahm meinen Stammplatz im Aussichtsbeutel eines Rucksackes ein. Nach dem Morgenimpuls im Hof von Hongkes Elternhaus und einem leckeren Frühstück mit Kaffee, Brot, Eiern und Bratkartoffeln mit Kohl wurden wir von einem extra bestellten Bus direkt vor der Haustüre abgeholt. Zuvor verabschiedeten wir uns schweren Herzens herzlich von Hongkes Familie und wurden gleich fürs nächste Mal wieder eingeladen. Die Busfahrt war etwas eng – alles Gepäck musste mangels Kofferraum oben hinein und das trotz des sehr warmen Wetters. In Mei Xian Mitte stiegen wir in einen anderen Bus – genauso groß: 19 Sitzplätze (mit dem des Fahrers), aber immerhin einen Kofferraum für 2 Koffer und Klimaanlage. In Mei Xian Mitte erlebten wir auch die Eigenarten des chinesischen öffentlichen Nahverkehrs: Es musste erst ein Bus gefunden werden, der uns fährt – ausreichend Trinkgeld half dabei. Nach zwei Stunden Busfahrt kamen wir dann in Xi’an an, versorgten uns kurz mit Mc Donald-Burgern für die Zugfahrt und begaben uns dann zur Sicherheitskontrolle am Bahnhof. Die Zugfahrt war aber toll: Es war ein wirklicher Luxus-ICE: Bequeme und rückenlehneverstellbare Sitze, Beinfreiheit, breite Gänge, Werbung für den Zug auf dem Bildschirm und eine Anzeige, wie schnell wir fahren. Bei herrlichem Sonnenschein und strahlend blauem Himmel fuhren wir mit fast Fluggeschwindigkeit (340 km/h) durch die wunderschöne Landschaft. Nach einem ca. einstündigen Zwischenstopp, den manche für eine Fotosession mit unseren Zugführern (oder auch Flugpiloten genannt) nutzten, fuhren wir in einem anderen Luxus-ICE nach Peking. Dieser Zug wurde sogar exta noch geputzt: erst der Müll eingesammelt, dann gewischt (oder besser gesagt: der Dreck neu verteilt) und schließlich gefegt. Das war auch die Gelegenheit, die Schuhe putzen zu lassen: Über störende Füße wurde einfach drüber gefegt. Die fünfstündige Zugfahrt vertrieben wir uns mit schlafen, Reisetagebuch schreiben, lesen, Blackstories raten, unterhalten und Mao-Mao (deutsch: Mau-Mau) spielen. Beistehendes suggeriert vielleicht Löcher im Dach des Zuges – dem ist allerdings nicht so. Regenschirme sind der neueste (und wirklich wirksame Schutz gegen die von oben herabströmende kalte Luft aus der Klimaanlage, wenn selbst zwei Jacken, Decken und Schals nichts mehr bringen und heiße Fußbäder und Glühwein nicht zu bewerkstelligen sind. Kurz nach 24 Uhr lieferten unsere Fahrer uns schließlich wohlbehalten in unserem Hostel ab und wir gratulierten noch kurz unserem Geburtstagskind Miriam.

 

Dienstag, 17.08.2010


Ort: Peking

Heute gab es zum vergleichsweise späten Frühstück um 9:30 Uhr ein ordentliches Stück von Miris himmelblauer Geburtstagstorte, die ihr kurz nach Mitternacht noch von Hongkes Bruder überreicht worden war. So gestärkt bzw geschwächt verbrachten wir noch einige Stunden im Hostel, um über die weitere Planung für Peking zu beraten, um einfach noch ein bisschen zu schlafen oder um das Internet zu nutzen. Gegen Mittag brachen wir uns dann in Kleingruppen zur weiteren Erkundung Pekings auf: Einige Gruppen stürzten sich ins Shopping-Vergnügen. In den als Märkten bezeichneten Kaufhäusern kann man wirklich alles bekommen: Vom billigsten Plastik-Ramsch über Kleidung jeder Art, Schuhe, Koffer und Taschen bis hin zu Schmuck und Kunsthandwerk. Zu jedem der Angebote wurde man von einem „special price“-Angebot gelockt. Diese Spezialpreise ließen sich durch energisches Handeln dann aber doch noch deutlich senken, teilweise bis auf 10% des ursprünglichen Preises. Natürlich alles keine Fälschung und super Qualität… Ein weiteres sehr gerne genutztes Angebot der Märkte war die Massage. Hat man endlich das oberste Stockwerk erreicht, kann man sich 30 Minuten lang für 3-5 € die wundgelaufenen Füße und Beine oder den Rucksack geplagten Nacken massieren lassen. Zur Nackenmassage gehört außerdem die Kopf-, Gesichts- und Ohrenmassage, sowie das leicht schmerzhafte Durchkneten der Arme bis zu den Fingerspitzen. Eine weitere Gruppe nutzte den Nachmittag lieber für die Besichtigung des Lama Tempels, einer riesigen tibetisch buddhistischen Tempelanlage, und der Kaiserlichen Akademie inklusive Konfuzius Tempel. Andere nutzten den Tag zur Regeneration, zum Postkarten schreiben, Homepage aktualisieren oder einfach nur zum Schlafen. Abends wurden wir dann von Father Liu und Hongkes Bruder zum Essen in ein schickes Restaurant in der Innenstadt ausgeführt. Dort gab es wie immer viel zu viel sehr gutes Essen. Das absolute Highlight war die Peking Ente. Die krosse Haut der Ente isst man dabei übrigens separat und mit Zucker… Zum Essen wurden uns dann auch noch Geschenke überreicht: Jeder von uns bekam ein Essstäbchen-Set und eine kleine Peking Oper Maske. Auch wir überreichten unsere Gastgeschenke. Einige machten anschließend noch eine nächtliche Bootstour, andere verbrachten den Rest des Abends in der Hostel Bar und ließen Miris Geburtstag ausklingen.

 

Mittwoch, 18.08.2010


Ort: Peking

Der heutige Tag wurde von der Reisegruppe sehr individuell gestaltet. Begonnen haben wir jedoch mit einem gemeinsamen Morgengebet. Nach dem Frühstück (z.T. „Verpackte Pfannkuchen“) nahmen einige der Gruppe das Angebot an, an der Kirchentour teilzunehmen. Wir wurden wieder von zwei Fahrzeugen (u.a. auch Hongkes Bruder) direkt vom Hostel abgeholt und fuhren eine längere Strecke zu unserem ersten Ziel: dem Priesterseminar in Peking. Auf der Fahrt wurde das Glück der chinesischen Autofahrer wohl etwas überstrapaziert und die „Harmonie im Chaos“ durch einen leichten Unfall aus dem Gleichgewicht gebracht. Uns passierte aber nichts, und wir konnten schon nach kurzem Nummernaustausch weiterfahren. Am Ziel angekommen besichtigten wir (mit dem Studiendekan) zuerst die Kirche des Priesterseminars, die seit 83 von innen und außen in chinesischem Stil erbaut wurde. Sie passt sehr gut hier her mit ihrer runden und hohen Form, die chinesisch kaiserlichen Tempeln ähnelt. Einiges wie z.B. die Kirchenfenster und die kleine Orgel wurden auch von Deutschen finanziert. Ein Stockwerk tiefer kamen wir dann in die (ehemalige) Untergrundkirche, die bis heute an die Vergangenheit in Katakomben erinnert. Nachdem wir uns noch ein bisschen in den Räumen des Priesterseminars umgesehen hatten, fuhren wir weiter zur nächsten Kirche. Auf dem Weg stärkten wir uns aber noch mit „europäischem“ Essen, in der Hoffnung, unsere Mägen ein bisschen zu entlasten… Der nächste Programmpunkt war dann die Kathedrale von Peking, der Größten in Peking, die vor 400 Jahren von den Jesuiten gebaut wurde - auch hier bekamen wir Informationen über einen Pater der Kirche. Übrigens wohnt auch Pater Lio dort, mit dem wir gestern essen waren. Die Kirchentour endetet mit der Östlichen Kirche von Peking, St. Joseph, die wir ebenfalls besichtigten und eine kurze Einführung von dem jüngsten der drei für die Gemeinde zuständigen Pfarrer bekamen. Andere nutzen die Zeit, um den Lamatempel zu besuchen, den (nachdem die andere Hälfte gestern schon dort war) jetzt fast alle gesehen haben und der wirklich sehr schön und sehenswert ist. Man geht – ähnlich wir in der verbotenen Stadt – durch mehrere Hallen, die hintereinander aufgebaut sind und sich immer mehr steigern; v.a. an der Größe der Buddhastatuen. Er ist mit Abstand der bedeutendste buddhistische Tempel der Stadt. Die Fotos sprechen für sich… Schließlich nutzten einige noch die restliche Zeit, um auf dem Silk-Markt shoppen zu gehen und an unzähligen Ständen auf mehreren Etagen Souvenirs und persönliche Erinnerungen an China zu möglichst günstig gehandelten Preisen zu ergattern. Das Abendessen gestaltete sich ebenfalls individuell – chinesisch oder eine Pizza im Hostel. Bei gemütlichem Beisammensein ließen wir den Tag in den stimmungsvollen Räumen des Hostels ausklingen.

 

Donnerstag, 19.08.2010


Ort: Peking

Heute haben wir den Vormittag vor allem mit Einkaufen verbracht. Während einige sich im Supermarkt schon einmal mit haltbaren Lebensmitteln für die Transsib eindeckten, ging eine andere Gruppe zu einem anderen Markt. Wir haben gemerkt, dass uns heute das Handeln schon deutlich leichter fiel und wir uns einige Tricks abgeschaut hatten, so dass wir die Dinge zu Bruchteilen des ursprünglichen Preises bekommen konnten. Beispielhaft sei aufgeführt, dass jemand einen Gürtel von 900 RMB auf 35 RMB herunterhandeln konnte. Mittags trafen wir uns vor dem Sommerpalast mit Father Liu, und hatten dort dann eine schöne Zeit, die jeder auf seine Weise nutzen konnte. Diese harmonische Mischung aus Bäumen, Tempeln und Wasser war ein schöner Ort für einen entspannenden Nachmittag, besonders, wenn man die Ecken fand, in denen sich nicht ganz so große Menschenmassen aufhielten. Bemerkenswert war mal wieder, dass wir gerne als Fotomodell – besonders mit chinesischen Kindern – genutzt wurden, und auch manche Chinesen sich ganz dreist zu unserer Gruppe beim Gruppenfoto gesellten, um die Freundin fotografieren zu lassen. Anschließend fuhren wir mit der Metro einmal quer durch die Stadt zur südlichen Kathedrale Nantang, die 1605 von dem italienischen Jesuiten Matteo Ricci gegründet und später von Johann Adam Schell von Bell neu errichtet wurde. Nach einer kurzen Besichtigung wurden wir in dem benachbarten Restaurant, das auch zur Kirche gehört, mit einer riesen großen Portion Nudelsuppe versorgt. Dafür wurden vor unseren Augen am Tisch in die Suppenflüssigkeit verschiedenes rohes Fleisch und auch ein flüssiges Taubenei gekippt, dann eine Schüssel voller Reisnudeln und Gewürze. Zusammen hat das ein äußerst wohlschmeckendes Gericht ergeben, das wir leider auf Grund von Zeitmangel nicht vollens ausschöpfen konnten. Wir mussten dann sehr bald weiter zur Peking-Oper. Auf den Eintrittskarten stand, dass man 60 Minuten vorher da sein müsse, und so beeilten wir uns, nicht allzu viel zu spät zu sein. Als wir ganz abgehetzt 27 Minuten vor Vorstellungsbeginn in den Vorführungssaal kamen, stellten wir fest, dass wir so ziemlich die ersten waren. Die meisten der wenigen anderen Gäste kamen ca 3 Minuten vor der Aufführung, oder auch 10 Minuten später… Von der Vorführung könnten wir in höchsten Tönen berichten. Wir können es auch sein lassen, da unser Bedarf an schrillen, hohen Tönen wohl bis auf weiteres gedeckt ist. Aber der gestrige Abend war sicherlich eine reichhaltige Erfahrung, die man in Peking einmal erlebt haben muss – aber einmal reicht! Den Abend ließen einige noch gemeinsam in der Bar des Hostels bei Bier und vom Hostel spendiertem Popcorn ausklingen.

 

Freitag, 20.08.2010


Ort: Peking

Wie gewohnt starteten wir mit unserem Morgengebet in den Tag. Danach fuhren wir gemeinsam mit dem Bus zur Niederlassung der chinesischen Bischofskonferenz. Auf der Fahrt gingen wir in dem überfüllten, heißen Bus auf Tuchfühlung mit den Chinesen und waren schon nach kürzester Zeit schweißgebadet. Bei der Bischofskonferenz angekommen, besichtigten wir zunächst die kleine Kapelle. Nach einem Gebet hatten wir ein Treffen mit Herrn Liu, dem Vorsitzenden der Patriotischen Vereinigung (staatliche Kirchenorganisation). Dieser begrüßte uns freundlich und sehr herzlich und gab uns einen Überblick über die Geschichte der Religionen, insbesondere des Christentums, in China. Auch über das Priesterseminar in Peking wurden wir informiert. Den Theologiestudenten unter uns wurde sofort eine Stelle als Dozent angeboten. Es herrscht nämlich ein Mangel an Ausbildern, um das Theologiestudium auf gutes wissenschaftliches Niveau zu bringen, was nur mit Auslandskontakten gelingen kann. Außerdem ist es ein großes Problem, dass Theologielehrbücher erst einmal ins Chinesische übersetzt werden müssten, damit sie den Theologiestudenten hier zu Lande zugänglich sind. Anschließend wurden wir zum Essen eingeladen. Es gab wieder einmal sehr viele und sehr leckere Speisen. Unter den etwa 20 verschiedenen Gerichten war auch wieder die Pekingente zu finden. Nach dem Essen teilten wir uns in Kleingruppen auf, um die Stadt weiter zu erkunden. Einige schauten sich die Hutong, einen Teil des alten Peking, an, andere gingen zum Himmelstempel. Der Abend wurde dazu genutzt, die vielen Geschenke und Souvenirs in die Koffer zu packen und die ersten Einkäufe für die kommenden Tage in der Transsibirischen Eisenbahn zu machen.

 

Samstag, 21.08.2010


Ort: Peking

Schon beim morgendlichen Erwachen war etwas anders… Es war viel ruhiger als sonst: Kaum eines der so vertraut gewordenen Geräusche begleitete den werten China-Abenteurer in den neuen Tag. Keine für eine unbekannte Ware werbenden Schreie, kein aufgeregtes Debattieren und keine nervende Autosirene. Dafür aber das Plätschern eines sofort als solcher zu erkennenden Dauerregens. Na prima! Letzter Tag in Peking und dann das. Der Blick aus dem Hostelfenster ließ das ganze Ausmaß erkennen und die Prognose erahnen: Es hatten sich bereits große Lachen gebildet, die deutlich werden ließen, dass die vom Laub des letzten Winters noch nicht befreiten Gullys hoffnungslos überfordert waren. Sie vermittelten einen Hauch von Baikalsee ohne die Vorfreude darauf zu erhöhen. Nur die leicht gesunkenen Temperaturen konnten der gefühlten Tristesse des grau in grau etwas Farbe verleihen. Die großen Pläne für den letzten Tag schienen in Gefahr, da rasch deutlich wurde, dass beim Versuch, die letzten kulturellen und kommerziellen Tempel der chinesischen Metropole zu besuchen kein Kleidungsstück trocken bleiben würde. Die Aussicht auf Zug Nummer 19 und die möglichen Schwierigkeiten, durchnässte Kleidung auf 1,90 m x 1,40m zu trocknen, ließen die Unternehmungslust bei den meisten nicht wesentlich anwachsen. Jetzt aber Schluss mit den trüben Gedanken: Schließlich gab es ja noch die Hostel-Bar und einige unentwegte kulturbeflissene Zeitgenossennen, die keine Herausforderung scheuten, um die Errungenschaften der chinesischen Hochkultur sämtlicher Dynastien zu erkunden. Selbst der Wüstenfuchs, der eher die brennende Sonne und den heißen Sand liebt, wagte den Ausflug in die unbekannten Gewässer. So konnte der Tag doch noch sinnvoll genutzt werden. Ach ja, eigentlich passte der Regen ja auch, wo uns heute Tabea und Martin verlassen mussten. Für uns blieben die Trauer und die Erinnerung an die vergangenen Tage mit ihren gemeinsamen Erlebnissen und für die beiden wurde der Abschied durch die Aussicht auf eine ca. 19-stündige Luxus-Reise in A380 und Boeing 777 von Emirates versüsst, bei der auch (Achtung: „insider“) reichlich gesüßter Peppermint-Tea gereicht worden sein dürfte. Aber schade war es schon, dass wir nun nur noch 16 waren, die das letzte große Eisenbahnabenteuer in Angriff nehmen durften. Begonnen haben wir es um 16 Uhr mit einem Gottesdienst in der East-Church St. Josef of Beijing, bei dem sich Martin a) um den gültigen römischen Ritus bemühte und b) gleichzeitig versuchte die für Peking geltende Höchstdauer für Messfeier nicht zu sehr zu überschreiten. Beides gelang und so konnte wir zu unserem Abschiedsmahl in Peking schreiten, bei dem noch einmal alle Köstlichkeiten der chinesischen Küche in sozialistischer Kantinenatmosphäre gereicht wurden. Was da wohl die Mägen dazu gesagt haben….? Nach Martins und Tabeas Abfahrt zum Flughafen war es dann auch für uns an der Zeit, die wegen der schauerlichen Regenwetterlage vorgefahrenen kirchlichen Limousinen in Richtung Hauptbahnhof zu besteigen. Neben Hongkes Bruder war auch Fr. Liu gekommen, um uns zu verabschieden. Nach der langen Zeit keine einfache Sache… Und dann konnten wir endlich wieder ein Bad in der Menge an Bahnhöfen wartender Chinesen nehmen. Natürlich durfte auch der zu unserer Sicherheit allgegenwärtige Security-Check nicht fehlen. Und dann gab es nur noch die leichte Übung zu schaffen, sich durch sich ameisenartig bewegende Chinesen einen Weg in die große Bahnhofshalle zu bahnen, an deren Seiten bereits die ersten ihr Schlafquartier für die Nacht errichtet hatten. Nur noch ca. 90 Minuten warten, dann dürfen wir bestimmt auf den Bahnsteig. Kein Problem für uns! Schließlich war es soweit und die freundlichen durchnummerierten Mitarbeiterinnen der chinesischen Staatseisenbahn öffneten die Sperre zum Bahnsteig, wo uns bereits klischeehaft unsere immer sehr freundliche Schlafwagenschaffnerin Svetlana gen. Olga mit verbindlichem Beamtenblick begrüßte und die Abteile zuwies. Da kannten wir aber Maria Kalaschnikowa noch nicht, ihre jugendliche lederjackentragende und auf Grenzer stehende Kollegin, deren Englisch sich besonders durch ein überaus freundliches Vokabular auszeichnete (Lieblingsworte: „sit down“, „close window“). Aber das ist eine ganz andere Geschichte… Svetlana gen. Olga schloss uns alle rasch ins Herz und die hervorragende saubere und zweckmäßige Ausstattung unseres Schlafwagens leistete einen weiteren Beitrag zu unserem Wohlbefinden an diesem Abend und ließ uns alle rasch in einen tiefen und traumlosen Schlaf fallen. Alle? Nicht alle, aber die allermeisten!