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Peking Teil 1

Sonntag, 08.08, und Montag 09.08.2010

 

Ort: Freiburg - Frankfurt - Peking

Anzahl der Reisenden: 18
Zugstunden: 2,5 bis 6 h, je nach Anreiseweg
Flugstunden: 1,5 h plus 8,5 h
Verloren gegangene Gepäckstücke: 0
In China eingereiste Personen: 18
Autostunden: 1

Daraus könnt ihr entnehmen, dass wir gut, aber müde angekommen sind. Mittlerweile fühlen wir uns wieder wie Menschen (nach Dusche und Getränken) und verfassen den ersten Eintrag in unserem Reisetagebuch. Jetzt sind wir SAS-Asien-Reiseexperten, wir wissen, was man im Flugzeug tun darf und was man besser bleiben lässt und dass der Kopenhagener Flughafen sehr gemütlich ist und zum Shoppen einlädt. Nun folgen einige Details zu unserem Langstreckenflug: Es gab einen Snack, Abendessen über dem nächtlichen Russland (Hähnchen oder Lachs, mit Salat, Brötchen, noch mehr Getränken, und einem leckeren Dessert), und ein Luxusfrühstück um vier Uhr deutscher Zeit über der Wüste der Mongolei. Bestellt man ein Brot auf Chinesisch, kann es sein, dass man einen Cognac bekommt. Die Anweisung, nicht auf dem Boden zu schlafen, haben nicht alle Reisenden befolgt. Die SAS-Decken sind schön rot und werden uns wahrscheinlich noch auf ein paar Zugfahrten begleiten. Im Entertainmentprogramm gibt es Filme, Musik, Spiele und diverse Fluginformationen (inklusive Kameras). Wir hatten klare Sicht, bis wir uns dem Smog Pekings näherten. Kaum aus dem Flieger, wechselten sich tropische Schwüle und Klimaanlage ab. Die Dimensionen des Flughafens eröffneten sich uns spätestens als wir zur Passkontrolle anstanden und danach mit der Flughafenbahn zur Gepäckausgabe fuhren. Jetzt war es nur ein kurzer Weg aus dem eigentlichen Flughafen hinaus. Und dort wurden wir von vier Autos abgeholt und zu unserem Hostel gebracht. Auf der Straße fuhren die Autos kreuz und quer, hupten sich an und die Fahrräder mischten auch noch mit.

 

Dienstag, 10.08.2010

 

Ort: Peking

Heute sind wir nach einer oftmals sehr erholenden Nacht relativ früh aufgestanden. Positiv überrascht hat uns gleich zu Beginn, dass es nicht so drückend heiß war wie gestern, dafür aber bei strahlend blau-grauem Himmel die Sonne auf uns herab schien. Nach dem Frühstück ging es mit der U-Bahn Richtung Kaiserpalast. Weil die – sehr modernen – Bahnen sehr häufig fahren, waren wir auch recht schnell in einem ganz anderen Teil der Stadt. Vorbei am Mao-Mausoleum – mit einer riesig langen Warteschlange – und über den Platz des himmlischen Friedens hatten wir einen interessanten und beeindruckenden Weg zur kaiserlichen Stadt. Auf dem riesigen Areal, umgeben von einem wassergefüllten Graben, eröffnete sich uns immer wieder der Blick auf weitere Gebäude – auf der Hauptachse viele Tore, Hallen und Palastteile, an den Seiten die Gemächer der Konkubinen und Gebäude des Militärs. Beeindruckend war neben der Bemalung des gesamten sichtbaren Gebälks besonders die schier nie enden wollende Menschenmenge und ein Gewühl und Gedränge, das ein faires Anstellen und Warten fast unmöglich machte. Mittags waren wir lecker die typischen Pekingnudeln essen, und gingen dann in den Jingshan-Park. Von dem Hügel aus hatten wir einen guten Überblick über die gesamte verbotene Stadt sowie einen Teil des smog-erfüllten Pekings. Zusammen machten wir uns dann noch auf den Weg zum Beihai-Park, ab dann konnte sich jeder seine Zeit frei einteilen. Viele blieben noch lange im Beihai-Park z.B. zum Fahren im Tretboot oder in großen, typisch chinesischen Ruderbooten, zum Anschauen der Weißen Dagoba oder Umrunden der Insel. Beim anschließenden Einkauf im Supermarkt haben wir erfahren, dass Kassiererinnen gerne auch mal die Hinterleute der Bezahlenden um Münzen bitten, damit sie selbst kein Wechselgeld geben müssen (und uns übrigens schon halb Peking hasst, weil wir öfters mit 100-Yuan-Scheinen (ca 12 €) bezahlen und das denen zu viel ist). Dieser laufintensive Tag – der bei vielen auch in Form von sonnengeschädigter Haut Spuren hinterlassen hat – war zwar sehr anstrengend, macht aber auch immer wieder Lust auf mehr Entdecken.

 

Mittwoch, 11.08.2010


Ort: Peking

Nach einer relativ kurzen und unterhaltsamen Nacht, sind wir zu früher Stunde aufgestanden, um um 6.45 Uhr die Laudes zu beten – in unserer kleinen Zimmer-Hauskapelle. Anschließend hatten wir ein hosteleigenes Frühstück bestellt, mit österreichischer Marmelade und deutscher Butter, lecker! ;-) Draußen liefen schon die Motoren unserer Fahrer. Mit allem Gepäck ging es nun Richtung Große Mauer. Wir wollen an dieser Stelle etwas zum chinesischen Fahrstil berichten: Wir glauben, dass man den chinesischen Führerschein nur bekommt, wenn man von rechts überholen kann, während links ein anderer überholt und der Fahrradweg in der Mitte verläuft. Weiter muss man sehr laut hupen können und dabei ernst schauen und schweigen. Endgültig bestanden hat man den Führerschein, wenn man mindestens 5 km auf der entgegengesetzten Fahrspur unbeschadet übersteht. Offensichtlich haben unsere Fahrer die Prüfung bestanden. An der Großen Mauer, die eine Gesamtlänge von über 6000 km hat, angekommen, konnten wir ein Teilstück erklimmen. Nichts für schwache Nerven , schlechtes Schuhwerk und Berührungsängste. Die Bilder sprechen für sich. Es war trotz nebliger Wetterlage ein beeindruckendes Erlebnis. Eine kleine Gruppe, die schon früher von der Mauererkundung zurückkam, genoss plötzlich das Vergnügen von und mit Chinesen fotografiert zu werden. Mit einer Gestik und "happy" bedeuteten sie uns zu lächeln. Erst nach vielen Fotos mit Kindern, Männer und Frauen, gelang es der Gruppe sich aus dem Staub zu machen ;-). Nach einem ausgezeichneten Mittagessen, dass uns Hongkes Bruder spendierte ging es im Trab weiter zu den Ming-Gräbern, die leider nur als rote Attrappen zu sehen waren. Für die Besichtigung hatten wir nur eine knappe Stunde Zeit, die war allerdings ausreichend. Im Quasi-Flug mit unseren Fahrern ging es nun zum Bahnhof in Peking. Auf Gleis 2 erwartete uns der schon völlig überfüllte „ICE“ nach Xian. Wir hatten eine Reservierung, der wir erst Platz verschaffen mussten. Das hieß nun noch lange nicht, dass unsere Mitfahrer das Abteil verließen. Sie setzten sich, standen oder legten sich einfach in den Gang und schliefen, im Gegensatz zu uns… Fazit: Es war mehr als eine Geduldsprobe, das heißt aber nicht, dass unsere knapp 14-stündige Nachtfahrt keine neue Erfahrung gewesen wäre.